Q10-Ergänzung reduziert Muskelschmerzen bei Statin-Anwendern
Cholesterinsenkende Statine gehören zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln. Sie senken nicht nur den Cholesterinspiegel, sondern vermindern auch die körpereigene Bildung von Coenzym Q10 – einer Substanz, die für den Energiestoffwechsel von entscheidender Bedeutung ist und gleichzeitig als wichtiges Antioxidans wirkt. Eine verringerte körpereigene Q10-Produktion kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, darunter Muskelschmerzen. Eine pakistanische Beobachtungsstudie, die in der Fachzeitschrift Cureus veröffentlicht wurde, legt nahe, dass eine Ergänzung mit Coenzym Q10 Muskelschmerzen bei Patienten lindern kann, die cholesterinsenkende Statine einnehmen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine Q10-Supplementierung mehrere mit der Statintherapie verbundene Nebenwirkungen verringern kann.
Statine zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten und werden zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte eingesetzt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Cholesterin zugleich ein lebenswichtiger Fettstoff ist, der unter anderem für den Aufbau von Zellmembranen sowie die Bildung von Vitamin D, Steroidhormonen und zahlreichen weiteren körpereigenen Substanzen benötigt wird.
Der größte Teil des körpereigenen Cholesterins wird in der Leber über einen Stoffwechselweg gebildet, an dem das Coenzym HMG-CoA beteiligt ist. Dieser Stoffwechselweg dient gleichzeitig auch der Bildung von Coenzym Q10 und anderen cholesterinabhängigen Verbindungen.
Coenzym Q10 spielt eine entscheidende Rolle bei der Energieproduktion in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen. Darüber hinaus wirkt Q10 als wichtiges Antioxidans und schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale und oxidativen Stress.
Da cholesterinsenkende Statine die Bildung von HMG-CoA hemmen, reduzieren sie gleichzeitig auch die körpereigene Produktion von Coenzym Q10. Dies liefert eine biochemische Erklärung dafür, weshalb Statine häufig mit sogenannten Statin-assoziierten Muskelsymptomen (SAMS) in Verbindung gebracht werden. Hierzu zählen insbesondere Muskelschmerzen, die durch eine gestörte Energieversorgung der Muskelzellen entstehen können. Besonders gefährdet sind deshalb Sportler und andere körperlich aktive Statin-Anwender mit einer höheren Muskelbelastung. Gleiches gilt für ältere Menschen, da die körpereigene Q10-Produktion mit zunehmendem Alter ohnehin allmählich abnimmt.
Q10-Ergänzung reduziert Muskelschmerzen auf verschiedene Weise
Die neue pakistanische Studie hatte das Ziel zu untersuchen, ob eine Ergänzung mit Coenzym Q10 die Statin-assoziierten Muskelsymptome (SAMS) bei Statin-Anwendern verringern kann.
Die Studie wurde an der Shaheed Zulfiqar Ali Bhutto Medical University in Islamabad durchgeführt. Insgesamt nahmen 106 Patienten teil, bei denen Statin-assoziierte Muskelsymptome diagnostiziert worden waren. Die Teilnehmer wurden in zwei gleich große Gruppen (A und B) eingeteilt. Gruppe A erhielt zweimal täglich 50 mg Coenzym Q10. Gruppe B diente als Kontrollgruppe. Während der Studie nutzten die Forscher unter anderem die Visuelle Analogskala (Visual Analogue Scale, VAS) zur Beurteilung der Schmerzintensität. Die Studiendauer betrug sechs Monate. Die Ergebnisse zeigten Folgendes:
- Gruppe A, die Coenzym Q10 erhielt, zeigte eine deutlich stärkere Verringerung der muskelspezifischen Schmerzwerte auf der VAS als Gruppe B.
- Gruppe A verzeichnete außerdem eine stärkere Abnahme der Häufigkeit von Muskelschmerzen als die Kontrollgruppe.
- Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war statistisch signifikant. Dies deutet darauf hin, dass die Patienten der Gruppe A ihre Statin-assoziierten Muskelsymptome durch die Einnahme von Coenzym Q10 besser kontrollieren konnten.
Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass eine tägliche Einnahme von 100 mg Coenzym Q10 dazu beitragen kann, verschiedene muskelbezogene Nebenwirkungen einer Behandlung mit cholesterinsenkenden Statinen zu reduzieren.
Die pakistanische Studie wurde in der Fachzeitschrift Cureus veröffentlicht und steht im Einklang mit mehreren früheren Studien, über die bereits auf dieser Website berichtet wurde.
Bei der Auswahl eines Q10-Präparats sollte auf eine pharmazeutische Qualität mit hoher Bioverfügbarkeit geachtet werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Coenzym Q10 effizient aufgenommen wird und die Muskelzellen sowie andere Körperzellen erreicht.
Statine, Q10 und Diabetes
Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr darüber, wie eine Ergänzung mit Coenzym Q10 möglicherweise auch das Risiko von Statin-Anwendern senken kann, an Diabetes zu erkranken. Diese bekannte Nebenwirkung der Statintherapie wird als „neu aufgetretener Diabetes“ (New-Onset Diabetes, NOD) bezeichnet.
• Q10-Ergänzung kann das Diabetesrisiko bei Statin-Anwendern verringern
Literatur
Muhammad Zeeshan et al. Association of Coenzyme Q10 Supplementation With Statin-Associated Muscle Symptoms in Long-Term Statin Users. 2025.
Xiaorong Han et al. Diabetes Risks of Statin Therapy – Coenzyme Q10 May Help. Reviews in Cardiovascular Medicine. 2025.
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