Magnesiumpräparate können das Cholesteringleichgewicht verbessern
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Ursache für Krankheit und vorzeitigen Tod. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und Dyslipidämie – ein Ungleichgewicht der Blutfette. Einer neuen Metaanalyse, veröffentlicht im Nutrition Journal, zufolge kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten helfen, das Lipidgleichgewicht zu verbessern, insbesondere durch eine signifikante Erhöhung des HDL-Cholesterins. Dadurch verbessert sich auch das Verhältnis zwischen LDL und HDL.
Fette im Körper lassen sich in mehrere Hauptgruppen und -formen einteilen. Im Hinblick auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit stehen vor allem Triglyzeride und Cholesterin im Fokus.
Die meisten Fette – sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen – bestehen aus Triglyzeriden. Der Körper kann Triglyzeride in der Leber und im Fettgewebe selbst herstellen und abbauen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembranen und dienen als wichtige Energiequelle und Speicherform von Fett. Im Blut werden Triglyzeride an das VLDL-Protein gebunden transportiert; erhöhte Triglyzeridwerte erhöhen jedoch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Cholesterin spielt eine Rolle beim Aufbau von Zellmembranen und bei der Bildung von Hormonen, Vitaminen, Coenzym Q10 und anderen lebenswichtigen Substanzen. Der größte Teil des Cholesterins wird in der Leber gebildet – häufig aus Kohlenhydraten. Im Blut wird Cholesterin als LDL von der Leber zu den Geweben transportiert und als HDL wieder zurück zur Leber. Zwischen diesen beiden Formen muss ein ausgewogenes Verhältnis bestehen. Dieses Gleichgewicht wird häufig durch erhöhte Insulinspiegel, Diabetes oder viszerale (abdominale) Adipositas gestört, was zu einem Übermaß an LDL im Verhältnis zu HDL führt.
Wie gezeigt, spielt das Lipidgleichgewicht eine Schlüsselrolle für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Einige Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass Magnesiumpräparate die Konzentrationen verschiedener Blutfette regulieren können. In der neuen Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchten die Forschenden den Einfluss verschiedener Magnesiumpräparate auf das Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyzeride in der allgemeinen Bevölkerung ab 18 Jahren.
Durch die Auswertung von fünf Datenbanken (Cochrane Library, ClinicalTrials.gov, ISI Web of Science, Scopus und PubMed) identifizierten die Forschenden 89 geeignete Studien, die bis 2024 veröffentlicht worden waren. Insgesamt zeigte die Metaanalyse, dass Magnesiumpräparate im Vergleich zu Placebogruppen die HDL-Werte signifikant erhöhten. Hinsichtlich Gesamtcholesterin, LDL oder Triglyzeriden ergaben sich jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.
Wie kann Magnesium den HDL-Spiegel erhöhen?
Magnesium ist an Hunderten von Enzymprozessen beteiligt, die für den Energiestoffwechsel und verschiedene Stoffwechselfunktionen essenziell sind. Laut der neuen Metaanalyse kann Magnesium die Aktivität des Enzyms LCAT (Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase) steigern, wodurch der HDL-Spiegel erhöht wird. Zudem kann Magnesium die Aktivität von Desaturase-Enzymen fördern, die die Omega-3-Fettsäure ALA in EPA und DHA umwandeln – beides Substanzen, die ebenfalls den HDL-Spiegel erhöhen.
Die Forschenden stellten fest, dass der günstige Effekt einer Magnesiumergänzung nur in Studien beobachtet wurde, die länger als 84 Tage dauerten.
In den meisten Studien lagen die täglichen Magnesiumdosen zwischen 50 und 500 mg. Eine signifikante Wirkung zeigte sich jedoch nur bei Teilnehmern, die mehr als 300 mg Magnesium pro Tag erhielten.
Teilnehmende mit schlechtem Gesundheitszustand und besonders niedrigen HDL-Werten profitierten am meisten von der Einnahme von Magnesium. Darüber hinaus waren Magnesiumpräparate in organischer Form aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit wirksamer.
Weitere Informationen zu Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wie erwähnt, ist Cholesterin eine lebenswichtige Substanz, die am Aufbau von Zellmembranen sowie an der Bildung von Hormonen, Vitaminen und anderen wichtigen Verbindungen beteiligt ist. Etwa zwei Drittel des Cholesterins werden in der Leber produziert, ein Drittel stammt aus der Nahrung.
Eine Ernährung, die reich an raffinierten Kohlenhydraten ist, kann jedoch zu erhöhten Insulinspiegeln führen. Dies wiederum kann die Leber in eine regelrechte „Fettfabrik“ verwandeln, die übermäßig viele Triglyzeride und LDL produziert.
Darüber hinaus gibt es deutliche Hinweise darauf, dass LDL erst dann gefährlich wird, wenn es infolge von oxidativem Stress und chronischen Entzündungen durch freie Radikale angegriffen wird. Dies erklärt, warum Diabetes, Adipositas und Rauchen so schädlich für das Herz-Kreislauf-System sind. Sie sind mit oxidativem Stress und chronischen Entzündungen verbunden, die freie Radikale entstehen lassen, welche das LDL-Cholesterin schädigen und seine Ablagerung in den Arterienwänden fördern.
Weiterführender Artikel:
»WHO: Chronische Entzündungen sind die weltweit häufigste Todesursache«
Literaturangabe:
Mitra Hariri et al. The effect of magnesium supplementation on serum concentration of lipid profile: an updated systematic review and dose-response meta-analysis on randomized trials. Nutrition Journal, 2025.
Das könnte Sie auch interessieren
Nach weiteren Informationen suchen...
- Erstellt am .
