Der Zusammenhang zwischen Asthma, Heuschmupfen und Zinkmangel bei Kindern
Zinkmangel ist weit verbreitet, und eine stark verarbeitete oder pflanzenbasierte Ernährung erhöht das Risiko. Der weit verbreitete Zinkmangel scheint zur zunehmenden Zahl von Kindern beizutragen, die Asthma und Heuschnupfen entwickeln. Darüber hinaus könnte Zinkmangel ein übersehener Faktor sein, der die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen vermindert, wie in einem Übersichtsartikel in Nutrients gezeigt wird.
Den Forschern zufolge spielt Zink eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung starker Schleimhäute, der Unterstützung der Immunfunktion und der Regulierung von Entzündungen. Aus diesem Grund könnte eine Zinkergänzung einen neuen, sicheren und kostengünstigen ergänzenden Ansatz bei der Behandlung von Asthma und Heuschnupfen darstellen.
Asthma beginnt häufig bereits im Kindesalter. Heute betrifft die Erkrankung etwa 7 Prozent der Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren, wobei die Häufigkeit weiter zunimmt. Auch die Häufigkeit von allergischem Heuschnupfen steigt.
Mögliche Erklärungen für den starken Anstieg von Asthma und anderen allergischen Erkrankungen sind das Bevölkerungswachstum in städtischen Gebieten, die Belastung durch Umweltverschmutzung, übermäßige Hygiene, Überempfindlichkeit sowie ungesunde westliche Ernährungsgewohnheiten, bei denen wichtige Nährstoffe fehlen.
Asthma und Heuschnupfen sind durch geschwächte Schleimhäute gekennzeichnet, die es Allergenen ermöglichen, in das darunterliegende Gewebe einzudringen. Gleichzeitig kommt es zu einer unangemessenen Immunreaktion mit übermäßiger Histaminausschüttung und Entzündungen. Auch oxidativer Stress mit einem Überschuss an freien Radikalen ist vorhanden.
Zu den konventionellen medizinischen Behandlungsmethoden gehören inhalierte entzündungshemmende Kortikosteroide, Antihistaminika und die Vermeidung von Allergenen. Diese Ansätze zielen jedoch in erster Linie auf die Kontrolle der Symptome ab und können zudem mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein.
Daher besteht ein zunehmendes Interesse an alternativen Strategien und an Nährstoffen, die dabei helfen, die entzündliche Reaktion des Immunsystems zu regulieren und die Schleimhäute der Atemwege stabil und widerstandsfähig zu halten.
Wie hängt Zinkmangel mit Asthma und Heuschnupfen zusammen?
Bisher lag die Aufmerksamkeit auf den Vitaminen A, C, D und E sowie auf Eisen, Selen und Zink, da bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma, Heuschnupfen und anderen allergischen Erkrankungen häufig ein Mangel an diesen Nährstoffen festgestellt wird.
In dem neuen Übersichtsartikel untersuchten die Forscher die Rolle von Zink genauer. Dazu werteten sie eine Reihe von Studien aus, die zwischen 2015 und 2025 veröffentlicht und über Datenbanken wie PubMed und die Cochrane Library identifiziert wurden.
Zink ist ein Spurenelement, das an mehr als 300 enzymatischen Prozessen beteiligt ist. Es ist für die Aktivierung zahlreicher Gene, die Stabilisierung von Proteinstrukturen und die Wundheilung unerlässlich.
Zink wirkt außerdem als wichtiges Antioxidans über die Superoxiddismutase (SOD) und schützt dadurch Zellen und Gewebe vor Schäden durch freie Radikale und oxidativen Stress.
Daher spielt Zink bei einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen eine Rolle und unterstützt im Zusammenhang mit der Immunfunktion:
- die Aufrechterhaltung stabiler Epithelzellen, einschließlich derjenigen, die die Schleimhäute der Atemwege auskleiden
- die Entwicklung von Zellen des angeborenen Immunsystems, darunter verschiedene Proteine, Makrophagen und andere weiße Blutkörperchen
- die Entwicklung von Zellen des erworbenen Immunsystems, einschließlich T-Zellen, B-Zellen und Antikörpern
- die ordnungsgemäße Funktion des Thymus, in dem T-Zellen darauf trainiert werden, zwischen schädlichen und harmlosen Zielstrukturen zu unterscheiden. Ein Zinkmangel führt dazu, dass der Thymus schrumpft, wodurch die Entwicklung der T-Zellen beeinträchtigt wird
- die Regulierung des Gleichgewichts zwischen Th1- und Th2-Zellen. Bei Asthma und Heuschnupfen kommt es zu einer übermäßigen Th2-Reaktion sowie zu einer unangemessenen Bildung von Histamin und IgE-Antikörpern gegen harmlose Allergene
- die Verhinderung unangemessener Entzündungsreaktionen
- die Unterstützung der zellulären Vitamin-D-Rezeptoren, die für die immunbezogenen Funktionen von Vitamin D unerlässlich sind
- die antioxidative Aktivität der SOD, die Zellmembranen schützt und dadurch die Bildung entzündungsfördernder Zytokine in den Atemwegen reduziert
- die Unterstützung der Gewebereparatur nach allergischen Reaktionen
In dem Übersichtsartikel beschreiben die Autoren, wie Zinkmangel zu geschwächten Schleimhäuten führt. Dadurch können Allergene leichter eindringen und das Immunsystem dazu bringen, im darunterliegenden Gewebe IgE-Antikörper und Histamin zu produzieren.
Die Autoren erklären außerdem, dass Zinkmangel verschiedene Bestandteile des Immunsystems beeinträchtigen kann. Dies kann Kaskaden unerwünschter Reaktionen auslösen, die Asthma- oder Heuschnupfenanfälle hervorrufen.
Da Zink eine so zentrale Rolle für die Integrität der Schleimhäute, die Immunfunktion und die Vorbeugung von Asthma, Heuschnupfen und anderen allergischen Erkrankungen spielt, schlagen die Forscher vor, dass eine Zinkergänzung eine relevante, sichere und unterstützende Behandlungsoption für diese Erkrankungen darstellen könnte.
Zur allgemeinen Vorbeugung kann es ebenfalls sinnvoll sein, auf eine höhere Zinkaufnahme durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten.
Zinkquellen und Gründe für den weit verbreiteten Zinkmangel
Eine tägliche Zufuhr von Zink ist erforderlich, da der Körper über kein eigentliches Zinkspeichersystem verfügt.
Gute Nahrungsquellen für Zink sind Fleisch, Leber, Eier, Schalentiere, Fisch, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
Zink wird jedoch am leichtesten aus tierischen Quellen aufgenommen, und eine streng pflanzenbasierte Ernährung erhöht das Risiko eines Zinkmangels.
Ernährungsweisen mit einem hohen Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln, übermäßigem Zucker und ungesunden Fetten enthalten typischerweise ebenfalls wenig Zink.
Darüber hinaus kann die Zinkaufnahme durch bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und durch einen Vitamin-B6-Mangel beeinträchtigt werden.
- Im Jahr 2019 waren schätzungsweise 262 Millionen Menschen weltweit von Asthma betroffen, und 455.000 Todesfälle wurden der Erkrankung zugeschrieben.
- Asthma gehört zu den führenden Ursachen für eine eingeschränkte Lebensqualität und Arbeitsunfähigkeit.
- Schätzungen zufolge leiden inzwischen 30 Prozent der jüngeren Europäer an Asthma, Heuschnupfen oder anderen allergischen Erkrankungen.
- Allergien stehen häufig in engem Zusammenhang mit Ernährung und Lebensstil.
- Ein Mangel an den Vitaminen A, C, D und E sowie an Eisen, Selen und Zink kommt bei Kindern und Jugendlichen mit allergischen Erkrankungen und Überempfindlichkeit häufig vor.
Quellen
Giulio Dinardo et al. The Role of Zinc in Pediatric Asthma and Allergic Rhinitis. 2025
Liji Thomas. Why zinc may be the missing nutrient in childhood asthma care. News Medical Life Sciences. 2025
Quelle: Ashton Amos, Mahammed S. Razzaque. Zinc and its role in vitamin D function. Current Research in Physiology. 2022
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