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Die Wirkung von Q10 auf Tinnitus

- und damit verbundene Schlafstörungen bei älteren Menschen

Die Wirkung von Q10 auf TinnitusDer Alterungsprozess ist häufig mit Hörverlust verbunden, und viele Menschen entwickeln Tinnitus – ein Zustand, der durch unangenehme Geräusche unterschiedlicher Art und Intensität gekennzeichnet ist. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Patienten mit altersbedingtem Tinnitus durch die Einnahme von Q10-Nahrungsergänzungsmitteln eine Linderung der Beschwerden sowie eine Verbesserung der Schlafqualität erfahren können. Dies wird durch eine randomisierte, placebokontrollierte Studie (RCT) unterstützt, die im Iranian Journal of Otorhinolaryngology veröffentlicht wurde. Die Autoren der Studie betonen außerdem die Rolle von Q10 im zellulären Energiestoffwechsel sowie seine Funktion als bedeutendes Antioxidans, das Zellen vor Schäden schützt. Die körpereigene Produktion von Q10 nimmt mit dem Alter ab und wird durch die Anwendung cholesterinsenkender Statine zusätzlich reduziert – ein Problem, da ein Q10-Mangel auch das Risiko anderer altersbedingter degenerativer Erkrankungen erhöhen kann.

Altersbedingter Hörverlust, auch Presbyakusis genannt, entsteht durch Schäden am Innenohr oder am Hörnerv. Viele Menschen mit Presbyakusis haben insbesondere Schwierigkeiten, hohe Frequenzen zu hören – beispielsweise das Zirpen von Grillen – und Probleme, Sprache in lauter Umgebung zu verstehen. Tinnitus tritt häufig in Verbindung mit Presbyakusis auf. Dabei hört die betroffene Person Klingel-, Brumm-, Zisch- oder pulsierende Geräusche, die nicht aus einer äußeren Quelle stammen. Tinnitus kann ein- oder beidseitig auftreten, und die Ausprägung kann stark variieren. Laut einigen Studien leiden rund 50 Prozent der Menschen über 55 Jahren an Tinnitus, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter steigt.
Tinnitus ist zudem mit Hörverlust, Depression, Angstzuständen, Unruhe, Schwindel, Schlaflosigkeit, verringerter Arbeitsfähigkeit und anderen beeinträchtigenden Beschwerden verbunden.
Zu den üblichen Behandlungsmethoden gehören Klangtherapie, Hörgeräte, Stressbewältigung sowie in einigen Fällen chirurgische Eingriffe oder Medikamente wie Kortikosteroide, Benzodiazepine und andere Arzneimittel. Diese Behandlungen sind jedoch häufig wenig wirksam und können erhebliche Nebenwirkungen haben.
Obwohl Tinnitus verschiedene Ursachen haben kann, wollten die Forscher der neuen Studie herausfinden, ob eine Q10-Supplementierung bei älteren Menschen einen positiven Effekt auf den Tinnitus haben könnte. Die Begründung dafür liegt darin, dass die körpereigene Q10-Produktion mit zunehmendem Alter abnimmt und durch Nahrungsergänzung ausgeglichen werden kann.
Die neue doppelblinde, randomisierte klinische Studie (RCT) umfasste 50 ältere Patienten mit Tinnitus infolge von Presbyakusis. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen (A und B) mit jeweils 25 Patienten aufgeteilt. Zusätzlich zur Standardbehandlung erhielt Gruppe A täglich 100 mg Q10, während Gruppe B ein Placebo erhielt. Die Studie dauerte sechs Wochen, und da sie doppelblind durchgeführt wurde, wusste weder das Personal noch die Patienten, wer welches Präparat erhielt, bis die Studie abgeschlossen war.
Vor und nach der Behandlungsphase wurden beide Gruppen hinsichtlich Tinnitusschwere, Lautstärke, Lebensqualität und Schlafstörungen beurteilt.
Die Studie zeigte, dass Patienten, die Q10 einnahmen, eine deutliche Linderung ihres Tinnitus – einschließlich einer Verringerung der wahrgenommenen Tonhöhe – sowie eine spürbare Verbesserung der Schlafqualität erfuhren. Die Forscher folgern daher, dass Q10 eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung von Presbyakusis-assoziiertem Tinnitus sein könnte.

Therapeutische Wirkungen von Q10 auf Tinnitus und andere altersbedingte Erkrankungen

In der Einleitung der Studie erläutern die Forscher weitere Mechanismen und therapeutische Vorteile von Q10.
Q10 ist ein fettlösliches und essentielles Molekül, das der Körper auf natürliche Weise herstellt. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der zellulären Energieproduktion und kommt besonders reichlich in den Mitochondrien vor – den energieproduzierenden Einheiten der Zellen – sowie in energieintensiven Organen und Geweben wie Herz, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und den weißen Blutkörperchen des Immunsystems. Q10 wirkt außerdem als bedeutendes Antioxidans, das Zellen und Gewebe vor oxidativen Schäden durch freie Radikale schützt.
Die körpereigene Q10-Produktion nimmt jedoch im Laufe des Lebens ab, während oxidativer Stress durch einen sinkenden Sauerstoffmetabolismus zunimmt. Bestimmte chronische Erkrankungen und die Einnahme von Statinen können die körpereigene Q10-Synthese zusätzlich beeinträchtigen.
Q10 ist in Leber und anderen Innereien, Fleisch, Fisch und einigen Gemüsesorten enthalten, aber die typische Ernährung liefert meist nur geringe Mengen.
Die Autoren der Studie verweisen auf weitere Forschungsergebnisse, die zeigen, dass ein Q10-Mangel an der Entstehung verschiedener altersbedingter Erkrankungen beteiligt ist. Sie nennen zudem Studien, in denen Q10 therapeutisch eingesetzt wurde – etwa bei chronischer Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Muskeldystrophie und neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson.
Der Zusammenhang zwischen psychischem Stress und Tinnitus ist ebenfalls in früheren Studien dokumentiert worden. Es ist möglich, dass eine Q10-Supplementierung auch eine vorbeugende Wirkung gegen Tinnitus hat, auch wenn hierzu weitere Studien erforderlich sind.
In jedem Fall ist es wichtig, ein Q10-Präparat mit nachgewiesener hoher Bioverfügbarkeit zu wählen.

Referenzen

Rohollah Abbasi et al. The Effect of Coenzyme Q10 on Tinnitus Severity and Sleep Quality in Patients with Presbycusis. Iranian Journal of Otorhinolaryngology. 2025

Khoula Ahmad et al. Effectiveness of Coenzyme Q10 Supplementation in Statin-Induced Myopathy: A Systematic Review. 2024


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