Die Bedeutung von Q10 für das Gehirn und die kognitiven Fähigkeiten
Q10 ist ein einzigartiges Molekül, das sowohl am Energiestoffwechsel der Zellen beteiligt ist als auch die Zellen vor Schäden durch oxidativen Stress schützt. Das bedeutet, dass das stark beanspruchte Gehirn und die empfindlichen Nervenzellen eine erhebliche Menge an Q10 benötigen. Die körpereigene Synthese von Q10 nimmt jedoch mit zunehmendem Alter sowie unter der Einnahme cholesterinsenkender Statine allmählich ab. Laut einem in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichten Übersichtsartikel scheint eine Supplementierung mit Q10 die Gehirngesundheit und die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Es sollten Q10-Präparate in pharmazeutischer Qualität gewählt werden, um eine gute Bioverfügbarkeit sicherzustellen, damit die Q10-Moleküle das Gehirn und andere Organe erreichen.
Da die Zahl älterer Menschen in der westlichen Welt zunimmt, steigt auch die Häufigkeit kognitiver Beeinträchtigungen und Demenz. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, ihre Angehörigen und die Volkswirtschaft. Unter normalen Umständen arbeiten Gehirn und Nervensystem zusammen, um kognitive Funktionen wie Denken, Lernen, Gedächtnis und Sprache auszuführen. Milliarden von Nervenzellen kooperieren in einem komplexen Netzwerk, wobei der Hippocampus eine übergeordnete Rolle für das Gedächtnis, die räumliche Wahrnehmung und die Reaktionen auf Stresszustände wie Angst und Wut spielt.
Insgesamt wird der kognitive Abbau durch eine Reihe metabolischer und physiologischer Veränderungen im Gehirn verursacht, die unter anderem zurückzuführen sein können auf:
- Eine beeinträchtigte zelluläre Energieproduktion, wodurch als Nebenprodukt vermehrt freie Radikale entstehen
- Oxidativen Stress, bei dem freie Radikale Cholesterin, Zellen und Gewebe angreifen
- Chronische Entzündungen, die Bestandteil vieler chronischer Erkrankungen sind und auch als „Inflammaging“ bezeichnet werden
- Eine verminderte Durchblutung des Gehirns
Hierbei spielt Coenzym Q10 eine zentrale Rolle, da es an der zellulären Energieproduktion (ATP) beteiligt ist, die in den Mitochondrien stattfindet. Darüber hinaus fungiert Q10 als einzigartiges Antioxidans, das Zellen und Gewebe vor Schäden durch freie Radikale und oxidativen Stress schützt.
Der Körper synthetisiert den größten Teil des benötigten Q10 selbst, doch die endogene Produktion nimmt ab dem 20. Lebensjahr allmählich ab. Viele Menschen bemerken dies ab dem 50. Lebensjahr in Form verminderter Vitalität. Cholesterinsenkende Statine, Alendronat zur Behandlung von Osteoporose sowie bestimmte mitochondriale Erkrankungen hemmen ebenfalls die körpereigene Q10-Synthese. Obwohl die abnehmende Eigenproduktion von Q10 nicht unmittelbar spürbar ist, werden die Zellen – einschließlich der Nervenzellen – anfälliger für Schäden durch freie Radikale und oxidativen Stress.
Eine Supplementierung mit Q10 hat in mehreren Studien vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der Verbesserung von Mechanismen gezeigt, die Alterungsprozessen entgegenwirken. Weniger klar war bislang jedoch, ob Q10 die kognitiven Funktionen bei älteren Menschen verbessern kann. Die Autoren des neuen Übersichtsartikels untersuchten diese Frage daher eingehender. Hierzu werteten sie eine Reihe klinischer Studien aus, die sowohl an Tieren als auch an Menschen – gesunden Personen sowie Patienten mit spezifischen Erkrankungen – durchgeführt worden waren. Der Übersichtsartikel zeigte folgende positive Effekte einer Q10-Supplementierung:
- In 12 der Studien wurde eine Verbesserung der kognitiven Funktionen festgestellt.
- Zwei Studien zeigten eine Reduktion des oxidativen Stresses.
- Von acht Studien an gesunden Personen und Patienten zeigten vier eine positive Wirkung auf die kognitiven Fähigkeiten, und zwei Studien wiesen eine Verbesserung der zerebralen Durchblutung nach.
Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Q10 als therapeutische Maßnahme die kognitiven Funktionen über verschiedene biologische Mechanismen verbessern kann.
Qualität und Dosierung von Q10-Präparaten sind entscheidend
Laut dem neuen Übersichtsartikel zeigten Studien zur Wirkung von Q10 auf die kognitiven Funktionen älterer Menschen auch unterschiedliche Ergebnisse. Dabei ist zu beachten, dass die Qualität eines Q10-Produkts entscheidend ist. Q10-Moleküle neigen in Rohform dazu, sich zu Kristallen zusammenzulagern, die die Darmmembran nicht passieren und somit nicht in den Blutkreislauf gelangen können. Daher ist eine spezielle Öl- und Wärmetechnik erforderlich, durch die die Q10-Kristalle in freie Q10-Moleküle aufgelöst werden. Führende Forscher empfehlen deshalb Q10-Präparate in pharmazeutischer Qualität, für die eine dokumentierte hohe Absorption und Bioverfügbarkeit vorliegt.
Auch die Dosierung beeinflusst das Ergebnis. In vielen Studien wurden in der Regel 200 mg täglich verabreicht. Bei mitochondrialen Erkrankungen oder chronischen Entzündungen kann der erforderliche Bedarf sogar höher sein. Da jeweils nur etwa 100 mg Q10 auf einmal aufgenommen werden können, sollten hochdosierte Präparate auf mehrere Einnahmen verteilt werden, um eine bessere Verwertung zu erreichen.
Weitere Empfehlungen zur Vorbeugung kognitiven Abbaus
Wie erwähnt, weist das Gehirn einen hohen Energiestoffwechsel auf. Gleichzeitig benötigen Nervenzellen, der Hippocampus und andere Bereiche des Gehirns spezifische Nährstoffe zur Unterstützung verschiedener Stoffwechselprozesse. Im folgenden Artikel können Sie mehr darüber lesen, wie körperliche Aktivität sowie Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren und Selen ebenfalls entscheidend für die Gehirngesundheit, die Neuroplastizität und die Neubildung von Nervenzellen sind.
• Bewegung und drei Nährstoffe verbessern Neuronale Plastizität
Literaturhinweis:
Madeleine C. Nankivell et al. Coenzyme Q10 and Cognition: A Review. Nutrients, 2025.
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