Kann Vitamin B3 das Risiko für Hautkrebs senken?
Zahlreiche Hinweise sprechen dafür. Höhere Dosen von Nicotinamid, einer Form von Vitamin B3, können zudem das Wiederauftreten häufiger Hautkrebsarten verhindern. Der Effekt ist noch ausgeprägter, wenn mit der Einnahme von Vitamin B3 unmittelbar nach der Diagnosestellung begonnen wird. Dies geht aus einer großen populationsbasierten Studie hervor, die in JAMA Dermatology veröffentlicht wurde.
Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Obwohl die häufigen Formen – Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom – in der Regel nicht mit schweren Symptomen verbunden sind, kann die Erkrankung nach abgeschlossener Behandlung erneut auftreten. Das Melanom ist eine aggressivere Form des Hautkrebses und kann tödlich verlaufen, wenn es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Zu den bekanntesten Risikofaktoren für die Entstehung verschiedener Hautkrebsarten zählen Sonnenbrände (insbesondere in der Kindheit), helle Haut, zahlreiche Muttermale sowie die Exposition gegenüber chemischen Substanzen. Es ist gut belegt, dass eine übermäßige Belastung durch die UVB-Strahlung der Sonne die Haut mit freien Radikalen bombardiert. Diese reaktiven Moleküle können durch Kettenreaktionen Entzündungen verursachen und Hautzellen sowie deren DNA schädigen. Im Laufe der Zeit können solche lokal begrenzten DNA-Schäden das Risiko für die Entwicklung unterschiedlicher Hautkrebsarten erhöhen. Auch die Ernährung und die antioxidativen Abwehrmechanismen des Körpers scheinen eine wichtige Rolle bei der Prävention dieser lokalen Hautschäden und von Hautkrebs zu spielen.
Frühere Studien haben gezeigt, dass eine Supplementierung mit Nicotinamid, einer Form von Vitamin B3, sowohl das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs als auch das Risiko eines Rückfalls verringern kann. Da jedoch größere populationsbasierte Studien bislang fehlten, sollte die neue Untersuchung diese Fragestellung eingehender klären.
Die Studie wurde auf Grundlage elektronischer Gesundheitsdaten aus dem Veterans Affairs Corporate Data Warehouse (CDW) durchgeführt. Eingeschlossen waren 12.287 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren, bei denen ein häufiger Hautkrebs (Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom) diagnostiziert worden war. Beide Geschlechter und verschiedene ethnische Gruppen waren vertreten.
Die Teilnehmer wurden in zwei vergleichbare Gruppen eingeteilt und erhielten entweder 500 mg Nicotinamid zweimal täglich über einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen oder ein Placebo.
Die Ergebnisse zeigten, dass eine Supplementierung mit 500 mg Nicotinamid zweimal täglich das Gesamtrisiko für ein Wiederauftreten von Hautkrebs um 14 Prozent senkte. Begannen die Patienten unmittelbar nach der Diagnosestellung mit der Einnahme von Nicotinamid, reduzierte sich das Rückfallrisiko sogar um bis zu 54 Prozent. Das Risiko wurde bei beiden häufigen Hautkrebsarten gesenkt, insbesondere beim Plattenepithelkarzinom.
Die Forscher kamen daher zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Nicotinamid das Risiko für häufige Hautkrebsarten verringert und dass der Effekt am größten ist, wenn die Einnahme unmittelbar nach der Diagnose beginnt.
Die neuen Erkenntnisse stehen im Einklang mit weiteren Studien, die darauf hinweisen, dass Vitamin B3 auch bei der Prävention anderer Hautkrebsarten, einschließlich des Melanoms, eine Rolle spielt.
Wie kann Vitamin B3 zum Schutz vor Hautkrebs beitragen?
In Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln kommt Vitamin B3 (Niacin) in Form von Nikotinsäure oder Nicotinamid vor. Hohe Dosen von Nikotinsäure aus Supplementen können eine harmlose, vorübergehende Gesichtsrötung (sogenannter „Niacin-Flush“) verursachen. In der neuen Studie wurden jedoch hohe Dosen von Nicotinamid verwendet, das nicht mit dieser Reaktion verbunden ist.
Sowohl Nikotinsäure als auch Nicotinamid sind Vorstufen des essenziellen Coenzyms NAD (Nicotinamidadenindinukleotid), das am Energiestoffwechsel und an Hunderten enzymatischer Prozesse beteiligt ist. Die körpereigene NAD-Synthese nimmt mit zunehmendem Alter ab, und genetische Variationen beeinflussen ebenfalls die Nutzung dieses Nährstoffs.
Die neue populationsbasierte Studie zeigt, dass Nicotinamid die Hautgesundheit unterstützt, indem es:
- Den Energiestoffwechsel der Haut verbessert
- Die Abwehr der Haut gegen oxidativen Stress durch UV-Strahlung und Umweltfaktoren erhöht
- Entzündungen reduziert
- Die Reparatur geschädigter DNA in Hautzellen fördert
- Präkanzeröse Läsionen (aktinische Keratose) verhindert
- Bei höheren Dosierungen das Rückfallrisiko häufiger Hautkrebsarten deutlich senkt
Vitamin B3, Nahrungsquellen und relevante Nahrungsergänzungsmittel
Vitamin B3 ist vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Nüssen und Samen enthalten. Es ist grundsätzlich vorzuziehen, den Bedarf an Vitamin B3 durch eine ausgewogene, abwechslungsreiche und eiweißreiche Ernährung zu decken.
Tipps zur Vorbeugung von Hautkrebs
- Gewöhnen Sie Ihre Haut im Frühjahr schrittweise an die Sonne, damit sie eine natürliche Schutzbräune entwickeln kann.
- Vermeiden Sie Sonnenbrände.
- Verwenden Sie umweltzertifizierte Sonnenschutzmittel, insbesondere bei empfindlicher Haut.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Haut und Ihre Muttermale.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B3, Vitamin D und anderen wichtigen Nährstoffen.
Literaturhinweis:
Sarah T. Arron. Nicotinamide for Skin Cancer Chemoprevention. JAMA Dermatology, 2025.
Honor Whiteman. Could vitamin B-3 help to prevent melanoma? MedicalNewsToday.
European Academy of Dermatology and Venereology. Vitamin D deficiency in melanoma patients associated with worse overall survival, new study finds. MedicalExpress, 2022.
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