B-Vitamine verlangsamen Hirnatrophie und beugen Demenz vor

 – insbesondere in Kombination mit Fischöl

B-Vitamine verlangsamen Hirnatrophie und beugen Demenz vorStudien zeigen, dass hohe Mengen von B-Vitaminen leichte kognitive Beeinträchtigungen verlangsamen können, die als Anfangsstadium einer Demenz- oder Alzheimererkrankung gelten. Eine aktuellere Studie legt allerdings nahe, dass B-Vitamine keine Wirkung zeigen, solange der Körper nicht mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren versorgt ist, die in Fischöl zu finden sind.

Ein Forschungsteam aus Oxford hat 266 ältere Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (LKB) untersucht. LKB treten auf, wenn sich Hirnfunktionen wie das Gedächtnis oder die Sprache verschlechtern. Dies muss allerdings nicht bedeuten, dass die betroffene Person im Alltag nicht mehr zurechtkommen kann. Dennoch besteht das Risiko, dass leichte kognitive Beeinträchtigungen zu Demenz oder Alzheimer führen können, wenn sie nicht behandelt werden. Laut Dr. Celeste aus dem Forschungsteam können hohe Dosen Folsäure (früher bekannt als Vitamin B9), Vitamin B6 und Vitamin B12 bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen eine Hirnatrophie und einen Gedächtnisverlust verlangsamen oder gänzlich verhindern.
Interessanterweise waren die genannten Nährstoffe lediglich bei den Studienteilnehmern wirksam, die über einen erhöhten Spiegel der Aminosäure Homocystein im Blut verfügten. Erhöhte Homocystein-Werte haben eine toxische Wirkung auf den Körper und erhöhen das Risiko für eine Arteriosklerose und Alzheimer.
Es ist seit langem bekannt, dass Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 Teil der enzymatischen Funktionen sind, die den Homocystein-Spiegel im Blut steuern. Dennoch haben die Wissenschaftler aus Oxford nun einen Zusammenhang zwischen Omega-3- und Homocystein-Werten und einer Hirnatrophie entdeckt.

Zusammenwirken von B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren

Die Forscher wollten herausfinden, ob Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine im Körper hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten und der Vorbeugung einer Hirnatrophie zusammenarbeiten. Zu Beginn der Studie nahmen alle Probanden an einer Untersuchung teil, bei der ihre kognitiven Fähigkeiten überprüft wurden. Zudem wurde der Spiegel der beiden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA im Blut gemessen. Danach wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt, die über einen Zeitraum von zwei Jahren entweder B-Vitamine (Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12) in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder einen Placebo verabreicht bekamen.
Zwei Jahre später stellten die Wissenschaftler fest, dass die B-Vitamine bei Teilnehmern mit niedrigem Omega-3-Spiegel nur eine geringe Wirkung oder gar keine Wirkung zeigten. Die Probanden mit dem höchsten Omega-3-Spiegel hingegen reagierten hinsichtlich der Vorbeugung einer Hirnatrophie und der Erhaltung kognitiver Fähigkeiten gut auf die B-Vitamine.
Den Forschern zufolge können Nahrungsergänzungsmittel mit B-Vitaminen eine Hirnatrophie in Verbindung mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen nur bei Patienten verlangsamen, die bereits über einen hohen Omega-3-Spiegel im Blut verfügen. Künftig möchten die Forscher untersuchen, ob Nahrungsergänzungsmittel mit B-Vitaminen in Kombination mit Fischöl verhindern können, dass sich leichte kognitive Beeinträchtigungen zu einer Alzheimererkrankung entwickeln.

Rechtzeitiges Eingreifen

Da Demenz und Alzheimer ein zunehmendes Problem mit enormen menschlichen sowie wirtschaftlichen Kosten darstellen, besteht ein großer Vorteil, wenn diesen gefürchteten Krankheiten vorgebeugt werden kann. Obwohl noch weitere Forschung vonnöten ist, legen verfügbare Studien eindeutig nahe, dass es sich auszahlt, ausreichende Mengen Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12 sowie der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA – die in Fischöl zu finden sind – zuzuführen.

Hirnatrophie, Demenz und Alzheimer

Eine Hirnatrophie wird durch den Verlust von Gehirnzellen verursacht und kann durch eine CT- oder MRT-Untersuchung festgestellt werden.
Eine Hirnatrophie verschlechtert sich mit dem Alter. Prägt sie sich stärker aus, treten Symptome wie ein beeinträchtigtes Gedächtnis, Müdigkeit, Apathie, Verhaltensänderungen und Sprachstörungen auf. Im Falle einer Erkrankung an Demenz und Alzheimer verkleinern sich einige Bereiche des Gehirns stärker als andere.

Blutproben, Folsäure und B-Vitamine

Ein Mangel an Folsäure (B9) tritt oftmals in Verbindung mit einem Mangel an Vitamin B12 auf.
Beide Mängel können anhand einer Blutprobe festgestellt werden.
Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut kann ein Anzeichen für einen Mangel an Folsäure und Vitamin B12 sein.
Die verschiedenen B-Vitamine und Folsäure sollten in einem Vitamin B-Komplex eingenommen werden, da die Nährstoffe im Körper eng zusammenwirken.

Absorption von Vitamin B12

Vitamin B12 ist hauptsächlich in tierischen Quellen zu finden. Vitamin B12 ist für den Körper im Allgemeinen schwieriger aufzunehmen als andere Vitamine. Zudem verringert sich die Aufnahmefähigkeit des Körpers mit zunehmendem Alter. In einigen Fällen, beispielsweise bei einer perniziösen Anämie, sollte Vitamin B12 injiziert werden.

Absorption von Fischöl

Fettreicher Fisch wie Hering und Wildlachs ist eine gute Quelle der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die für das Gehirn und das Nervensystem von Bedeutung sind.
Mit fischölhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln auf der Basis freier Fettsäuren kann eine gute Absorption sichergestellt werden. Einige auf dem Markt erhältliche Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl enthalten auch Folsäure und Vitamin B12, um von Synergieeffekten profitieren zu können. Im Allgemeinen sollten Fischöle den staatlichen Anforderungen bezüglich der Peroxidwerte und des Gehalts an Umweltgiften entsprechen.

Quellen:

Oulhaj et al: Omega-3 Fatty Acid Status Enhances The Prevention of Cognitive Decline by B-vitamins in Mild Cognitive Impairment. Journal of Alzheimer's Disease. 2016

Omega-3 levels affect whether B vitamins can slow brain´s decline. University of Oxford. Health and News. 2016

David Smith et al. Homocysteine-Lowering by B-vitamins Slows the Rate of Accelerated Brain Atrophy in Mild Cognitive Impairment: A Randomized Controlled Trial. PLOS ONE 2010

https://www.sundhed.dk/borger/sygdomme-a-aa/hjerne-og-nerver/sygdomme/oevrige-sygdomme/hjernesvind/

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