Omega-3-Fettsäuren verbessern die Hirndurchblutung

- und tragen zur Vorbeugung von Demenz, Depressionen und Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten bei

Omega-3-Fettsäuren verbessern die HirndurchblutungNach einem aktuellen Bericht, der im Journal of Alzheimer’s Disease veröffentlicht wurde, haben Menschen mit einem erhöhten Spiegel an Omega-3-Fettsäuren im Blut in den Teilen des Gehirns eine bessere Durchblutung, die für das Lernen, Sprechen, das Gedächtnis und andere kognitive Funktionen zuständig sind. Die Wissenschaftler entdeckten einen Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Spiegel im Blut und der Rate von Erkrankungen an Demenz und Depressionen. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist ihre Studie eine wichtige Entdeckung, die frühere Studien stütze. Diese hätten gezeigt, dass einfache Veränderungen der Ernährungsweise, wie ein erhöhter Verzehr von fettreichem Fisch oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Fischöl, dazu beitragen, mentale Fähigkeiten sowie einen gesunden Geist zu erhalten.

Das menschliche Gehirn ist das übergeordnete Organ unseres Nervensystems. Es erhält etwa 20 % des Bluts, das unser Herz durch den Körper pumpt. Eine gute Hirndurchblutung ist wichtig, um sicherzustellen, dass alle Gehirnzellen den Sauerstoff und die Nährstoffe erhalten, die sie für eine ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit benötigen.
Wissenschaftler erwarten innerhalb der nächsten Jahrzehnte einen Anstieg der Alzheimer-Rate um 300 %. Aus diesem Grund sind Forscher bestrebt, zu untersuchen, ob Veränderungen der Ernährungsweise das Potenzial haben, den Anstieg zu stoppen. Der Fokus liegt auch auf anderen neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Depressionen, bei deren Rate ein ähnlicher Anstieg prognostiziert wurde.

Neue Möglichkeiten zur Vorbeugung von Erkrankungen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Nach Ansicht von George Perry, einem Biologie-Professor an der University of Texas in San Antonio, ist die Studie ein großer Schritt nach vorne, da mithilfe neuester Technologien gezeigt wird, wie wenige einfache Veränderungen der Ernährungsweise die Gesundheit des Gehirns verbessern können.
Normalerweise erhöht sich die Durchblutung in den Teilen des Gehirns, die durch verschiedene Arten von Aufgaben stimuliert werden. Die Wissenschaftler verwendeten daher eine spezielle Technik, die SPECT (Single-Photon-Emissions-Computertomografie) genannt wird, und die es den Forschern ermöglicht, die Hirndurchblutung zu messen, während eine Person verschiedene kognitive Aufgabenstellungen löst.
An der Studie nahmen 166 Probanden teil, die aus psychiatrischen Kliniken überwiesen wurden. Die Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt: eine mit einer hohen Konzentration der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die andere mit einer niedrigen Konzentration derselben Fettsäuren.
Die Teilnehmer wurden aufgefordert, zahlreiche Versuche durchzuführen, mit denen ihre kognitiven Fähigkeiten gemessen wurden. Gleichzeitig führten die Wissenschaftler in 128 Hirnarealen der Teilnehmer SPECT-Messungen durch.
Die Wissenschaftler entdeckten einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Spiegel im Blut und der Durchblutung der Teile des Gehirns, die durch die verschiedenen kognitiven Aufgaben angeregt wurden. Zudem gab es einen positiven Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Spiegel der Teilnehmer und ihrer Fähigkeit, die kognitiven Aufgaben zu lösen.
Den Wissenschaftlern zufolge sind diese Testergebnisse sehr wichtig und weisen auf ein neues Potenzial von Nahrungsergänzungsmitteln mit Fischöl zur Verbesserung der Hirndurchblutung und zur Vorbeugung von Erkrankungen hin, die die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA viele weitere Funktionen haben, die für die kognitiven Fähigkeiten und unsere Stimmung von Bedeutung sind.

Omega-3-Fettsäuren wirken schädlichen Proteinen im Gehirn entgegen

Ein Sachverhalt, den Wissenschaftler in den vergangenen zwanzig Jahren bei der Alzheimer-Erkrankung beobachten konnten, ist die Anhäufung großer Amyloid-Proteine. In einer Studie, die von Wissenschaftlern des King’s College in London und dem National Institute on Aging in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde, setzte man sich genauer mit den verschiedenen Teilen des Gehirns mit Amyloid-Proteinen auseinander. Es zeigte sich, dass der Gehalt an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Gehirnen von Menschen mit Alzheimer wesentlich niedriger war. Wissenschaftler vermuten, dass insbesondere Omega-3 das Potenzial hat, der Bildung von Amyloid-Proteinen entgegenzuwirken.

Omega-3-Fettsäure DHA sorgt für Biegsamkeit der Zellmembran und fördert Enzymaktivität

Das menschliche Gehirn ist im Wesentlichen ein großer Klumpen aus Fett. Jede Zellmembran besteht aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und Cholesterin. Anhand von Signalen leitet die Zellmembran entweder die Vorgänge ein, die die Zellen im Gehirn und anderen Teilen des Körpers ausführen müssen, oder stoppt diese. Mit einem Anteil von 11 % der Trockenmasse des Gehirns trägt die Omega-3-Fettsäure DHA dazu bei, die Zellmembran biegsam zu halten. Dies ist wichtig für die Gehirnzellen und ihre Fähigkeit, zu funktionieren und zu kommunizieren.
DHA verbessert eine Art der Enzymaktivität, die NOS-Aktivität (Stickoxid-Synthase-Aktivität) genannt wird, die für das Gedächtnis und die Lernfähigkeit von Bedeutung ist. Zudem spielt DHA auch bei der Synthese des Neuroprotektins D1 (NPD1) eine Rolle, das im Gehirn eine Vielzahl von Funktionen inne hat.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass der DHA-Spiegel im Gehirn bei Menschen mit Alzheimer niedriger ist als bei Menschen, die nicht an Alzheimer leiden.

Wusste Sie, dass sich etwa 60 % der Trockenmasse des Gehirns aus Lipiden wie Cholesterin und Omega-3-/Omega-6-Fettsäuren zusammensetzt?

EPA wirkt Entzündungen entgegen, die bei Alzheimer und Depressionen auftreten

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA arbeiten in einem biochemischen Wechselspiel mit der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure zusammen. Es ist wichtig, für das richtige Gleichgewicht zwischen den beiden verschiedenen Fettsäuren zu sorgen. EPA und Arachidonsäure stehen bei der Produktion von hormonähnlichen Stoffen, die Prostaglandine genannt werden und Entzündungen steuern, beispielsweise in direktem Wettbewerb miteinander. Daher ist es wichtig, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im richtigen Gleichgewicht aufzunehmen.
Die meisten modernen Ernährungsweisen enthalten viel zu viel Omega-6 und zu wenig Omega-3. Dies schafft im Körper die Grundlage für eine Entzündung. In früheren Studien fand man heraus, dass Omega-3-Fettsäuren im Gehirn eine entzündungshemmende Wirkung haben, was nützlich ist, um den Entzündungsarten entgegenzuwirken, die bei Alzheimer und Depressionen auftreten.

Große Mengen EPA sind bei einer Depression am wirkungsvollsten

Obwohl eine Depression viele Ursachen haben kann, wird sie oftmals durch eine Entzündung des Gehirns hervorgerufen, die sich auf die Bildung verschiedener Signalstoffe im Gehirn auswirkt. Forscher der Harvard University haben eine Studie mit 155 Menschen durchgeführt, die an einer schweren Depression litten. Die Teilnehmer erhielten über einen Zeitraum von acht Wochen Placebos, Nahrungsergänzungsmittel mit EPA (1.016 mg) oder Nahrungsergänzungsmittel mit DHA (900 mg). Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass EPA die beste entzündungshemmende Wirkung besaß, und daher auch die beste Wirkung auf Depressionen hatte.
Achten Sie beim Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels mit Fischöl auf die Inhaltsstoffe, um sicherzustellen, dass Sie täglich etwa 1.000 mg EPA zu sich nehmen – dieselbe Menge, die in 3-4 Standard-Kapseln mit Fischöl oder einem Lachssteak enthalten ist.

Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Nahrungsergänzungsmitteln

Die meisten Menschen verzehren weniger als die empfohlene Menge Fisch (vorzugsweise 350 g pro Woche, davon 200 g fettreicher Fisch, der reich an EPA und DHA ist). Für diejenigen, die keinen Fisch mögen, können Nahrungsergänzungsmittel eine gute Alternative darstellen. Fischöle auf der Basis freier Fettsäuren können von unserem Verdauungssystem besser aufgenommen werden. Wählen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel, das die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich des Wasserstoffperoxidwerts und des Gehalts an Umweltgiften erfüllt.

Wie viel Omega-3 benötigen wir?

Internationale Fachleute empfehlen Folgendes:

  • 500 mg – zur Vorbeugung eines Mangels
  • 1 g – zur proaktiven Unterstützung (z. B. des Gehirns und des kardiovaskulären Systems)
  • 2-4 g – zur intensiven Unterstützung (z. B. bei Entzündungen und Gelenkschmerzen)

Bedeutung von Fischöl für unser Gehirn

  • erhöht die Durchblutung und die Fähigkeit zur Lösung kognitiver Schwierigkeiten
  • wirkt der Bildung schädlicher Proteine bei Alzheimer entgegen
  • unterstützt die Biegsamkeit der Zellmembran (DHA)
  • fördert die Aktivität von Enzymen und anderen nützlichen Substanzen im Gehirn (DHA)
  • wirkt Entzündungen entgegen, die bei einer Depression und Alzheimer auftreten (EPA)

Quellen:

Nutrition insight. Neuroimaging Highlights Role of Omega-3 in preventing Cognitive decline. 2017
http://www.nutritioninsight.com/news/neuroimaging-highlights-role-of-omega-3-in-preventing-cognitive-decline.html

King´s College London. Alzheimer´s disease linked to the metabolism of unsaturated fats. ScienceDaily March 22, 2017
https://www.sciencedaily.com/releases/2017/03/170322092355.htm

Stuart G Snowden et al. Association between fatty acid metabolism in the brain and Alzheimer’s disease neuropathology and cognitive performance: A non-targeted metabolomic study. PLOS Medicine 2017
http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1002266

Robert M. Carney et al: Baseline Blood Levels of Omega-3 and Depression Remission: A Secondary Analysis of Data From a Placebo-Controlled Trial of Omega-3 Supplements. Journal of Clinical Psychiatry. 2016
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369023/

Rapaport MH et al. Inflammation as a predictive biomarker for response to omega-3 fatty acids in major depressive disorder: a proof-of-concept study. Molecular Psychiatry 2015
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4581883/

http://denstoredanske.dk/Krop,_psyke_og_sundhed/Sundhedsvidenskab/Medicinske_nervesygdomme/blod-hjerne-barrieren

http://frida.fooddata.dk/ShowList.php?compid=249

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