Zink schützt vor Krankheiten und sogar die zelluläre DNA

– aber gelingt dies durch Anreicherung?

Zink schützt vor Krankheiten und sogar die zelluläre DNASelbst ein geringer Mangel an Zink kann eine schlechte Verdauung, Infektionen, Hautprobleme und Müdigkeit hervorrufen – und im Verlauf können viele andere Krankheiten auftreten. Eine neue Studie zeigt, dass eine Ernährung mit täglich nur 4 mg Zink extra die zelluläre DNA stärken und den Körper schützen kann. 4 mg Zink entsprechen der Menge, die Menschen mit Mangelerscheinungen über mit Zink angereichertes Weizen und Reis aufnehmen können.
Zink ist in jeder Zelle vorhanden, wo das lebenswichtige Spurenelement dazu beiträgt, etwa 300 enzymatische Prozesse zu steuern, die für die Fertilität, das Wachstum im Kindesalter, metabolische Prozesse, das Nervensystem, das Immunsystem, die Wundheilung und zahlreiche weitere Prozesse von Bedeutung sind. Daher ist es wichtig, täglich ausreichend Zink einzunehmen.Antioxidantien-Mangel

Eine neue Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, zeigt, dass selbst eine geringe Erhöhung der täglichen Zink-Zufuhr oxidativen Stress und Schäden der zellulären DNA reduzieren kann. Oxidativer Stress wird durch freie Radikale verursacht, die die Zellen angreifen. Die Menge freier Radikale erhöht sich infolge einer normalen Belastung, infolge von Alterungsprozessen, Vergiftungen, Tabakkonsum und Strahlung. Unser einziger natürlicher Schutz vor freien Radikalen sind verschiedene Arten von Antioxidantien – Zink zählt dabei zu den wichtigsten. Der neuen Studie zufolge repariert Zink auch Schäden der zellulären DNA.
Da Zink oxidativem Stress entgegenwirkt, unterstützt es ebenfalls die Bekämpfung von als Begleiterscheinung auftretenden Entzündungen, die bei Ekzemen, Diabetes, kardiovaskulären Krankheiten, Krebs und einer Vielzahl weiterer Krankheiten auftreten.

Menschen mit einer unausgewogenen Ernährung sowie Veganer, Vegetarier und ältere Menschen sollten sorgfältig darauf achten, ausreichend Zink einzunehmen.

Selbst kleine Veränderungen bewirken große Unterschiede

Der Leiterin der Studie Jane King zufolge ist es positiv überraschend, dass bereits kleine Veränderungen bei der Zink-Zufuhr solch umfangreiche Auswirkungen auf die zelluläre Gesundheit und zahlreiche metabolische Prozesse haben können. Diese Ergebnisse verlangen nach neuen Strategien zur Messung des Einflusses von Zink auf unsere Gesundheit. Außerdem müsse untersucht werden, an welchen Stellen einem Zinkmangel durch den Einsatz angereicherter Lebensmittel vorgebeugt werden kann, da dieser Mangel ein globales Problem darstellt.

Zinkmangel weit verbreitet

Weltweit haben viele Menschen eine unausgewogene Ernährung mit viel raffinierten Kohlenhydraten wie weißem Reis, Weißmehl oder Mais. Diese Lebensmittel enthalten hauptsächlich leere Kalorien und können keine Vitamine und Mineralstoffe liefern, wie beispielsweise Zink, das für unzählige enzymatische Prozesse benötigt wird.
Ein Mangel an tierischen Proteinen, eine hohe Calcium-Zufuhr, hohes Alter, Alkoholkonsum, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Diarrhö, Diuretika, die Antibabypille und die Einnahme eines Antibiotikums über einen längeren Zeitraum können ebenfalls zu einem Zinkmangel führen.

Ältere Menschen, Zinkmangel und Alterserscheinungen

Ältere Menschen haben üblicherweise Probleme, Zink aufzunehmen. Eine unausgewogene Ernährung und die Einnahme von Diuretika verstärken einen Zinkmangel, der den Altersprozess nachweislich beschleunigt.

Forscher messen Einfluss von Zink auf DNA-Schäden

Da jede Körperzelle Zink für zahlreiche enzymatische Prozesse und zum Schutz vor DNA-Schäden und Entzündungen benötigt, spielt der Nährstoff für die menschliche Gesundheit eine wichtige Rolle. Wissenschaftler wollten diese Mechanismen in einer randomisierten, kontrollierten Studie genauer untersuchen.
King und ihr Forschungsteam maßen die Auswirkungen von Zink auf den menschlichen Stoffwechsel über einen Zeitraum von sechs Wochen, indem sie die geschädigten zellulären DNA-Stränge zählten. Die Wissenschaftler verwendeten einen speziellen Parameter für die Schädigung der DNA, um den Einfluss von Zink auf die Gesundheit zu untersuchen. Diese Vorgehensweise ist gänzlich neu und unterscheidet sich von früheren Methoden, bei denen der Zinkspiegel typischerweise im Blut gemessen wurde.

Anreicherung von Lebensmitteln, gesündere Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel?

Janet King und ihrem Forschungsteam zufolge sind die Ergebnisse der Studie für die Planung und Entwicklung von Lebensmitteln relevant, die Mangelerscheinungen beheben sollen. King betrachtet die Anreicherung von Lebensmitteln als beständige und langfristige Strategie zur Vorbeugung eines Zinkmangels. Dennoch sind wir in unserem Teil der Welt, in dem wir auf hochqualitative Lebensmittel zugreifen können, in der Lage, über eine ausgewogene Ernährung mit unraffinierten Lebensmitteln, die auch andere Nährstoffe liefern, ausreichend Zink zuzuführen. Risikopersonen können einem Zinkmangel auch durch die tägliche Einnahme eines zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmittels vorbeugen.

Subklinischer Zinkmangel kann in kürzester Zeit auftreten

Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) führte eine Studie mit Schweinen durch, in der die Forscher zeigen konnten, dass selbst ein geringer Zinkmangel das Verdauungssystem in kürzester Zeit schädigen, und somit auch anderen Körperfunktionen Schaden zufügen kann.
Obwohl ein klinischer Zinkmangel bei Mensch und Tier eher selten vorkommt, tritt ein kurzzeitiger Zinkmangel (auch als subklinischer Zinkmangel bezeichnet) häufiger auf als angenommen - dieses Problem muss gelöst werden.

Messung des Zinkspiegels

Da es für den Mensch am einfachsten ist, Zink über Lebensmittel tierischen Ursprungs aufzunehmen, empfehlen viele Fachleute Veganern, Vegetariern und älteren Menschen, ihren Zinkspiegel messen zu lassen. Darüber hinaus haben ältere Menschen im Allgemeinen Probleme bei der Aufnahme von Zink, weshalb eine Unterversorgung bestehen könnte, obwohl über die Ernährung ausreichende Mengen des Nährstoffs zugeführt werden.
Die Messung des Zinkspiegels im Blutplasma ist eine kostengünstige Untersuchung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Wird ein Zinkmangel festgestellt, werden dem Patienten in Abhängigkeit von der Schwere des Mangels und der Ernährung des Patienten zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel verschrieben. Bei der Behandlung eines Zinkmangels ist es wichtig, die Nahrungsergänzung auch dann fortzuführen, wenn sich der Zinkspiegel normalisiert hat, da Zink primär außerhalb des Blutkreislaufs zu finden ist.

Quellen:

Children’s Hospital & Research Center Oakland. Zink eaten at levels found in biofortified crops reduces “wear and tear” on DNA. ScienceDaily 2017

Daniel Brugger et al. Subclinical zinc deficiency impairs pancreatic digestive enzyme activity and digestive capacity of weaned pigs. British Journal of Nutrition 2016

 

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