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Zucker schwächt die Knochen und erhöht bei Jung und Alt das Risiko für Knochenbrüche

Zucker schwächt die Knochen und erhöht bei Jung und Alt das Risiko für KnochenbrücheWir konsumieren viel zu viel Zucker in Form von Süßigkeiten, Softgetränken oder in Form von verstecktem Zucker in unserem Essen. Dies beeinträchtigt die Aufnahme und Verwertung von Calcium und Magnesium des Körpers. Zucker kann den Mineralstoffhaushalt des Körpers destabilisieren, und schafft somit die Voraussetzung für Osteoporose und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, die schon durch kleinste Belastungen verursacht werden können. Kinder und Jugendliche sind schon im frühen Alter besonders anfällig für eine Schwächung der Knochen und Osteoporose, weshalb es gute Gründe dafür gibt, den Schwellenwert für Zuckerkonsum zu senken.

Allgemein wird viel zu viel Zucker konsumiert. Wir nehmen große Mengen Süßes durch Süßigkeiten, Kekse, Schokolade, Softgetränke, Fruchtsaft, Kakao, Ketchup, Marmelade, Getreideprodukte, Fertiggerichte, eingelegte Lebensmittel, süße Chilisauce etc. ein. Häufig befindet sich in unseren Lebensmitteln versteckter Zucker. Daher lohnt es sich, die Inhaltsliste genau zu lesen und darauf zu achten, dass sich Zucker hinter vielen verschiedenen Bezeichnungen verbergen kann (siehe Kasten am Ende des Artikels).

Zucker ist der gängige Begriff für Saccharose, die industriell aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellt wird.

Zucker beschleunigt Knochenabbau

Für Kinder und Jugendliche ist es von wesentlicher Bedeutung, während ihrer Wachstumsphase starke Knochen zu bilden. Dazu werden Nährstoffe benötigt, vor allem Calcium, Magnesium und Vitamin D. Unser Knochengewebe wird ständig erneuert, und solange die Knochenbildung schneller erfolgt als der Knochenabbau, können wir die Gesundheit unserer Knochen aufrechterhalten. Allerdings erhöht sich der Knochenabbau etwa ab dem 30. Lebensjahr, und Zucker kann diesen Prozess auf verschiedene Weise beschleunigen.

Wie destabilisiert Zucker den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt des Körpers?

Bei der Raffination von Zuckerrohr werden etwa 40 lebenswichtige Nährstoffe zerstört, sodass Weißzucker aus nichts als leeren Kalorien besteht. In unserem Darm wird der Weißzucker in Fruktose (die zur Leber weitergeleitet wird) und Glukose (die schnell vom Blutkreislauf aufgenommen wird) zerlegt. Glukose wird zur Herstellung des Energiemoleküls ATP verwendet. Dies erfordert eine Reihe enzymatischer Prozesse, die von den B-Vitaminen, Calcium, Magnesium und anderen Mineralstoffen abhängig sind. Da es sich um raffinierten Weißzucker handelt, muss der Körper jedoch Vitamine und Mineralstoffe aus anderen Bereichen des Körpers zusammentragen. In diesem Zusammenhang dienen unsere Knochen als primäre „Mineralquelle“. Mit anderen Worten lässt sich der Konsum von Zucker mit ständigen Bargeldabhebungen vergleichen: Solange wir nicht ersetzen, was wir von unserem Konto abheben, riskieren wir im übertragenen Sinne, Bankrott zu gehen.

Zucker, Softgetränke und der Säure-Basen-Haushalt

Konsumieren wir zu viel Zucker, werden unsere Knochen geschwächt. Außerdem führt Zucker zu einer Säureproduktion in unserem Blutkreislauf, der einen streng regulierten pH-Wert erfordert. Basen formende Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium werden ins Blut gesendet und später mit dem Urin ausgeschieden. Aus diesem Grund verlieren unsere Knochen Calcium, Magnesium und andere Mineralstoffe. Durch den Konsum von Softgetränken mit Phosphor, das zur Gruppe der säurebildenden Mineralstoffe gehört, wird das Problem weiter verstärkt.

Zucker, Körperfett und Knochengewebe

Eine Ernährung mit zu vielen leeren Kalorien aus Zucker und anderen Arten raffinierter Kohlenhydrate führt meist zu einer Erhöhung des Körperfettanteils. Mehrere Studien haben gezeigt, dass bei Personen mit einem höheren Körperfettanteil ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche besteht. Dies betrifft nicht nur übergewichtige Personen, sondern auch normalgewichtige Personen oder sogenannte „Tofis“ (Thin Outside Fat Inside), die äußerlich schlank wirken, innerlich jedoch im Vergleich zu ihrer Muskelmasse zu viel Körperfett aufweisen. Unabhängig von dem Gewicht einer Person, ihrem Alter oder ihrer körperlichen Betätigung hat ein zu hoher Körperfettanteil negative Auswirkungen auf die Knochenmasse.
Oftmals führt der Konsum von zu viel Zucker auch zu einem Abbau unseres Chromspiegels. Chrom unterstützt das Insulin dabei, Zucker in unsere Zellen zu transportieren. Ein übermäßiger Verzehr von Zucker erhöht daher das Risiko für eine Insulinresistenz und das metabolische Syndrom, ein Anfangsstadium von Typ-2-Diabetes. Dies kann schnell zu einem Teufelskreis aus einem fehlenden Sättigungsgefühl, Hunger zwischen den Mahlzeiten und dem Verzehr von zu vielen schnellen Kohlenhydraten werden.

Zucker und seine schädigende Wirkung auf unsere Knochen

  • Knochen verlieren Calcium und Magnesium als Teil des Energieumsatzes
  • Knochen verlieren Calcium und Magnesium, wenn der Körper seinen pH-Wert reguliert
  • Zucker erhöht das Risiko für eine Insulinresistenz und einen zu hohen Körperfettanteil, was negative Auswirkungen auf die Knochenmasse haben kann

Der ständige Kampf gegen den Zucker und die Lebensmittelindustrie

Vor mehr als 100 Jahren bewies der deutsch-baltische Physiologe Professor Gustav von Bunge (1844-1920), dass Zucker ein „Calciumdieb“ ist. Er bekämpfte den unsachgemäßen Zuckerkonsum jener Tage auf das Härteste, der im Übrigen nichts im Vergleich zur heutigen Zeit ist. Von Bunge schlug der Regierung vor, Zucker mit einer Gebühr zu belegen, um den Verzehr dieser ungesunden Nahrungsquelle einzuschränken. Sein Kampf führte jedoch zu nichts, genau wie es Politikern auch heute noch nicht gelungen ist, den Zuckerkonsum der Gesellschaft einzuschränken. In der Lebensmittelindustrie stehen einfach zu viele finanzielle Interessen auf dem Spiel. Wie bereits erwähnt, gibt es in fast allen Lebensmitteln versteckten Zucker, wie in Süßigkeiten, Keksen, Softgetränken, Joghurt, Ketchup, eingelegten Lebensmitteln und Fertiggerichten, die im Einzelhandel als „richtige“ Nahrung vertrieben werden.

Beängstigende japanische Forschun

Im Zeitraum 1920 bis 1930 führten der japanische Wissenschaftler Awasi Katase und sein 40-köpfiges Forschungsteam eine Reihe kontrollierter Studien mit Tieren durch, um die Auswirkungen von Zucker auf den Körper zu untersuchen. Sie fanden heraus, dass je mehr Zucker den Tieren verabreicht wurde, desto schwächer und calciumärmer wurde ihre Knochenmasse. Die Wissenschaftler beobachteten ebenfalls krankhafte Veränderungen in den Nebenschilddrüsen. Sie produzieren das Nebenschilddrüsenhormon (PTH), das den Calciumspiegel im Blut erhöht, indem es Calcium aus dem Knochengewebe freisetzt und die Calciumausscheidung über die Nieren verringert. Auf diese Weise trägt PTH dazu bei, im Blut, im Muskelgewebe und in den intrazellulären Flüssigkeiten eine konstante Calciumkonzentration aufrechtzuerhalten.
Sobald den Tieren Zucker verabreicht wurde, wurden ihre Knochen so weich, dass man sie mit einem normalen Küchenmesser zerschneiden konnte. Nach näherer Betrachtung der Knochen stellten die Wissenschaftler fest, dass der Gehalt an Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium alarmierend gering war.
Basierend auf ihren Erkenntnissen versuchten Katase und sein Forschungsteam, zu berechnen, welche Zuckermengen entsprechend schädlich für Menschen wären. Sie schlossen, dass der Konsum von etwa 50 g Zucker bei einem 25 Kilo schweren Kind ein vergleichbares Risiko darstellen würde. Dieselbe Menge Zucker ist in 50 cl eines Softgetränks enthalten. Eine solche Zuckermenge erhöht nicht nur das Risiko für Knochenbrüche und andere Knochenschäden, sie kann ebenfalls zu ernsten Erkrankungen des Hormonsystems führen.

Dem japanischen Wissenschaftler Awasi Katase zufolge sollte der Zuckerkonsum von Kindern aufgrund ihrer Knochen und ihres Hormonsystems auf 5 g täglich beschränkt werden.

Zu hoher Konsum von Softgetränken in der Jugend erhöht Risiko für Knochenbrüche im späteren Leben

1989 untersuchten Grace Wyshak und ihre Kollegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Softgetränken von Schülerinnen einer Sporthochschule in ihrer Jugend und der Verbreitung von Knochenbrüchen in den folgenden Jahrzehnten. 5.400 Frauen nahmen an der Studie teil, etwa die Hälfte von ihnen war weiterhin sportlich aktiv. Die Auswertung der Studie zeigte einen eindeutigen Zusammenhang zwischen ihrem Getränkekonsum in der Jugend und ihrem Risiko für Knochenbrüche im späteren Leben. Die Wissenschaftler schlossen, dass körperliche Bewegung Knochenbrüchen bis zu einem gewissen Maße vorbeugen kann, obwohl Bewegung nicht ausreichte, um die negativen Auswirkungen eines hohen Zuckerkonsums auszugleichen.
1994 setzten die Wissenschaftler ihre Forschung mit einer neuen Studie mit Jungen im Alter von 8 bis 16 Jahren fort. Bei dieser Studie fanden sie heraus, dass diejenigen mit dem höchsten Konsum von Coca-Cola und anderen Softgetränken die meisten Knochenbrüche erlitten. Die Studie zeigte, dass Coca-Cola für die Knochenmasse besonders schädigend war. Dies kann damit zusammenhängen, dass Coca-Cola auch Koffein enthält, das den Energiestoffwechsel des Körpers beschleunigt, ohne Mineralstoffe zur Verfügung zu stellen, die für diese biologischen Prozesse benötigt werden.

Wussten Sie, dass Coca-Cola Zucker, Koffein und Phosphor enthält, und der Konsum das Knochengewebe auf verschiedene Weise schädigen kann und somit auch das Risiko für Knochenbrüche im späteren Leben erhöht?

Schwellenwerte für Zuckerkonsum und gesündere Alternativen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass der Konsum von raffiniertem Zucker bei Kindern und Erwachsenen nicht mehr als 10 % des täglichen Kalorienverbrauchs betragen sollte. Diese Empfehlung liegt bei etwa der Hälfte des derzeitigen durchschnittlichen Zuckerkonsums.
Es wäre sogar zu empfehlen, den Zuckerkonsum noch weiter zu senken. Der japanische Wissenschaftler Awasi Katase schlägt für Kinder einen Höchstwert von 5 g Zucker täglich vor. Es ist außerdem möglich, Zucker durch alternative Süßungsmittel wie Stevia (keine Kalorien) und Xylit (sehr wenige Kalorien) zu ersetzen.

Einfache Empfehlungen für einen geringeren Zuckerkonsum und einen stabileren Blutzuckerspiegel

  • Lesen Sie die Nährwertkennzeichnung und vermeiden Sie Produkte mit einem hohen Zuckeranteil
  • Essen Sie täglich drei Hauptmahlzeiten mit gesunden Zutaten
  • Vergessen Sie nicht, Proteine und gesunde Fette in ihre Ernährung einzubinden
  • Verzehren Sie einfache Kohlenhydrate und viel Gemüse
  • Nehmen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel mit organischer Chromhefe ein, um Ihre Insulinsensitivität zu erhöhen
  • Ersetzen Sie Weißzucker durch Stevia oder Xylit

Überblick über verschiedene Arten von Kohlenhydraten

Kohlenhydrat enthält die folgenden Zuckerarten
Traubenzucker/Blutzucker Glukose (Monosaccharid)
Weißzucker und Rohrzucker (Saccharose) Glukose und Fruktose/Traubenzucker (Disaccharid)
Obst und Honig Glukose und Fruktose/Traubenzucker (Disaccharid)
Milchzucker (Laktose) Glukose und Galaktose (Disaccharid)
Stärke (Kartoffeln, Reis, Weizen, Mais) viele Glukoseeinheiten (Polysaccharide)
Glukose wird bei der Verdauung direkt vom Blut aufgenommen, wohingegen Fruktose in der Leber gespeichert wird. Ballaststoffe, Proteine, Fette und Säuren verringern die Aufnahme von Kohlenhydraten.

Quelle:

Iver Mynsterrud. Sukkerspising svekker skjelettet. Helsemagasinet Vitenskap og Fornuft. Nr. 3 2017

Wyshak G, Frisch R. Carbonated beverages, dietary calcium, the dietary calcium/phosphorus ratio, and bone fractures in girls and boys. Journal of Adolescent Health. 1994
http://www.jahonline.org/article/1054-139X(94)90506-1/references

Wyshak G, Frisch R et al. Nonalcoholic carbonated beverage consumption and bone fractures among women former college athletes. Journal of Orthopaedic Research. 1989.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jor.1100070113/abstract

https://en.wikipedia.org/wiki/Gustav_von_Bunge

Katase A. Der Einfluss der Ernärung auf die Konstitution des Organismus. Berlin/Wien. Urban & Schwarzenberg. 1991

Pernille Lund: Sådan får du styr på dit blodsukker og din vægt. Ny Videnskab 2013

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